In diesem Jahr führte der traditionelle Ausflug der Kolpingsfamilie am 1. Mai in die nahe Umgebung. Werner Kuhn vom Hubertushof, Ansprechpartner für landwirtschaftliche Beratung von Netzwerk Lebensraum Feldflur, führte uns vom Treffpunkt beim Aussiedlerhof Ehehalt auf einem Rundweg durch Wiesen und Felder.
Er wies zunächst darauf hin, dass es bei uns keine ursprüngliche Naturlandschaft mehr gibt, sondern eine Kulturlandschaft, die seit Jahrhunderten von Menschen bearbeitet und entsprechend ihrer Bedürfnisse gestaltet wurde. Eine topographische Karte aus der Zeit vor der Flurbereinigung zeigt die kleinteilige Gliederung der damaligen Landschaft. In Folge der Erbteilung gab es sehr viele kleine, oft schmale Äcker. Viele Günterslebener besaßen solche Teile, die auch noch verstreut in verschiedenen Fluren lagen.
Durch die Flurbereinigung wurden diese unwirtschaftlichen Parzellen zu großen Flächen zusammengelegt, die mit entsprechend großen landwirtschaftlichen Geräten bearbeitet werden können. Damit veränderte sich das Landschaftsbild. Hecken, die früher Äcker begrenzten, verschwanden an vielen Orten. In der Günterslebener Flur mit ihren recht steilen Hängen gibt es zum Glück noch einige Hecken, in denen unterschiedliche Gehölze vielen Vögeln und Kleintieren Lebensraum bieten.
Bei unserem Rundweg zwischen Äckern und Wiesen machte uns Werner Kuhn auch auf Probleme der heutigen Landwirtschaft aufmerksam, z.B. auf invasive Grassorten, die sich schnell ausbreiten und damit ganze Ernten verderben können. Er wies uns auch auf die Bedeutung der Blühstreifen an Ackerrändern hin. Zum Erhalt der biologischen Vielfalt wären seiner Ansicht nach breite Streifen im Verbund wirksamer als die schmalen Streifen nur am Ackerrand. Dazu zeigte er uns an Beispielen Vor- Nachteile unterschiedlicher Anbaumethoden auf, für die es jeweils genaue Vorschriften gibt. die sicher gut gemeint sind, in der Praxis vor Ort aber nicht immer sinnvoll erscheinen und für den Landwirt viel Büroarbeit erfordern.
Als Abschluss gab es zur Stärkung für alle Kaffee und Kuchen und/oder Wein und Brotzeit auf dem Platz vor der Festhalle.
Die Führung war für alle Beteiligten (31 Teilnehmer!) sehr interessant und hat unser Verständnis für Fragen der Landwirtschaft erweitert. Das Thema beschäftigt uns alle und wir freuen uns, wenn Werner Kuhn, wie versprochen, bei einem Vortrag im Pfarrsaal noch mehr dazu berichten wird.



